Der Langhaar-Collie

Der Collie und seine Herkunft

Der schottische Schäferhund existiert nachweislich schon seit dem 13. Jahrhundert in England und wurde vorwiegend als Hütehund der Schäfer in den Schottischen Hochmooren genutzt. Seinen Namen hat der Collie von den Schafen. Diese Schafe mit schwarzen Köpfen und Beinen werden Colleys genannt; ihre Hütehunde waren die Colley-Dogs, ein Name, der sich später in Collie abwandelte. Eine weitere These wie der Collie zu seinem Namen kam ist die angelsächsischen Wortform für Schwarz, was auf die ursprüngliche Farbe der Colley-Schafe zurückgeführt wird. Mit dem Colley-Schaf könnte das pommersche Landschaft gemeint sein, das mit den Angeln und Sachsen nach England kam. Selbstverständlich haben Angelsachsen nicht die heutigen Rassenamen benutzt und es umgangssprachlich aufgrund seiner dunklen Farbe wohl eher als Kohlschaf (vergleichbar dem Kohlschimmel) genannt. Unter Berücksichtigung von Lautverschiebung von altem Deutsch zu modernem Englisch ist aus dem "Cóle-Schaf" das Cohley, das Colley und das Colly geworden.

Nach der Fundlage zu urteilen, ist der Collie wahrscheinlich eine Kreuzung romanischer Herdenschutzhunde, die in Begleitung römischer Truppen nach Gallien und Germanien kamen und sich hier dem einheimischen Spitz der Alpen mischte, der von den Hochalpen bis in die Goten- und Wikingergebiete verbreitet war. Im Zuge der Wanderung germanischer Völker kam er nach Island bzw. auf die Britischen Inseln und wurde durch die Insellage jahrhundertelang isoliert von Schafzüchtern gehalten, die besonderen Wert auf bestimmte Zeichnungen legten, um den Hund im Hochmoor und den Highlandy leichter auszumachen. So entwickelte sich seine Zeichnung zu einem Rasse typischen Merkmal. Damit dürfte der Colliestammbaum bereits um 500 n. Ch. Geburt beginnen. Nachgewiesen ist die Spezialisierung als flexibler Hütehund für Schafe bereits 3000 v. Ch. im gesamten indogermanischen Sprachraum.

Queen Viktoria von Hannover lernte den Collie durch ihre Aufenthalte im schottischen Balmoral kennen und lieben und wurde fortan ein Förderer dieser Rasse, die sie gern und großzügig auch an Diplomaten und Königshäuser in ganz Europa verschenkte. Berühmt wurde ihre schwarze Colliehündin Gypsy, die 1868 im Park von Schloss Windsor beerdigt wurde. Diese Tradition führte auch Elisabeth von England, genannt Queen Mum, weiter fort.

1840 erfolgte in England die Gründung des "Collie Club" durch herrschaftliche Liebhaber, die ihrerseits 1858 die Anerkennung als Rasse durchsetzten.

1859 fand die erste nationale Hundeausstellung in England statt. Der Collie trat 1861 erstmals auf der Birmingham Dog Show in Erscheinung. Von einem gewissen Herrn Siviter wurde ein Collie namens “Jeho” ausgestellt. Er ging in der Klasse “Sheepdogs of all Varieties" an den Start.

1871 tritt erstmals ein Collie namens “Old Cocki” in Erscheinung, der mittlerweile als Urvater aller Collies gilt. Da er einen massiven, etwas plump wirkenden Körperbau, einen breiten Oberschädel, ein kurz gedrungenes Erscheinungsbild hatte, entsprach er natürlich nicht dem heutigen Rassestandard. Doch er besaß bereits das füllige, lange Brusthaar. In der vierten Generation wurde mit “Metchley Wonder” jener Collie-Typ gezüchtet, der den heutigen Standard definierte. 1873 wurde unter dem Vorsitz des Prinzen von Wales der Kennel-Club gegründet, der 1881 den ersten Standard für Collies setzte. Mit der Besiedelung Australiens und Amerikas kamen Collies im 19. Jahrhundert auch in die Neue Welt, wobei man es hier weniger genau mit dem Rassestandard nahm. Die isolierte Lage einiger Farmen förderte dabei auch Farbschläge, die der Englische Collie Club bereits als unerwünscht einstufte. So gründeten die Amerikaner ihren eigenen Collieclub, der u.a. den weißen und schwarzen Collie kennt. In Australien wurde er u.a. Stammvater des Australischen Cattle Dog sowie des Kelpie und wurde sogar mit Dingos gekreuzt.

Der Collie wurde auch als erster Hund im Kriegs- und Sanitätsdienst eingesetzt. Er genoss einen großartigen Ruf als Sanitäts- und Meldehund des Militärs. Die Briten setzten weltweit Collies auf Kriegsschauplätzen ein, nicht zum Kämpfen sondern um zu helfen. So retteten Collies tausenden von Soldaten das Leben. Der Collie ist heute einer der einflussreichsten und beliebtesten Hunderassen weltweit, die in unzähligen anderen Hunderassen eingekreuzt wird und wurde.

Durch den extrem schmalen Kopf wurde dem Collie lange Zeit eine mindere Intelligenz zugesprochen. Dies hat sich mit der Zeit jedoch wieder gegeben, insbesondere nachdem Königin Victoria ihn förderte. Spätestens mit dem Fernsehhund Lassie (Lassie war ein Rüde amerikanisch gezogen) stieg der zu einer der beliebtesten Haushunderassen auf. Neusten Forschungen zufolge gilt der Collie knapp besiegt vom Border Collie als klügste Hunderasse.

 

 Der Langhaar-Collie wird heute in zwei Varianten gezüchtet.

 

Britischer Typ

 Der Britische Langhaar-Collie, den man als Rough-Collie bezeichnet, ist ein eleganter bis 61 cm großer und bis 25 kg schwerer Begleithund und hat        ein etwas durchmischtes Ober- bzw. Unterfell, wodurch das Fell mehr aufplüscht. Sein eleganter Gang wirkt adlig. Dieser geschmeidige und aktive          Hund hat dichtes Fell, mit einem seidig weichem Unterhaar unterlegt. Er gilt auch heute noch als vornehmer, um nicht zu sagen - adliger Luxushund.

 

Amerikanischer Typ

Der amerikanische Typ ist 61-66 cm groß und wird bis zu 30 kg schwer. Er hat eine etwas andere Gesichtsform mit leicht breiterem Unterkiefer. Man kann das glatte Ober- und Unterfell deutlich unterscheiden, auch ist das Unterfell weniger üppig und neigt daher nicht so sehr zur Verfilzung. Des Weiteren erlaubt der amerikanische Standard noch weitere Farbschläge, die im FCI Standard nicht erlaubt sind. In Deutschland wird der Amerikanische Collie in den von der FCI geltenden Farbvarianten unter anderem in den der FCI/VDH angeschlossenen Vereinen, dem Deutschen Collie Club und dem Club für Britische Hütehunde gezüchtet und wird hier auch auf Ausstellungen präsentiert.

 

Smooth Collie (Kurzhaar-Collie

Der kurzhaarige Collie (engl. smooth), hat hartes, dichtes und kurzes Haar und ähnelt auf den ersten Blick mehr einem Lauf- oder Windhund. Er ist im allgemeinem robuster und circa 5 bis 8 kg schwerer als sein langhaariger Bruder und wurde auch später als eigenständige Rasse wahrgenommen. Er ist in der Öffentlichkeit nur selten anzutreffen und ist durchaus als Arbeitshund zu sehen, der entsprechende Beschäftigung braucht.

 

Farbvarianten des Collies

Den Collie gibt es weltweit in drei Farbschlägen: zobel-weiß (sable-white), tricolor (überwiegend schwarz-weiß mit tan) und blue-merle.

Die sable-Variante variiert zwischen einem hellen Goldton und einem tiefdunklen Mahagoni, deshalb spricht man auch vom dark-sable. Eine Sonderform ist der Weiße und der schwarze Collie, der bei der ursprünglichen Rassebeschreibung einfach "vergessen" wurde, in den Statuen des FCI nicht geführt wird, und beim FCI deshalb auch nicht gezüchtet wird.

Der Schwarze Collie verfügt über fast keine Abzeichen, erwünscht ist jedoch ein schmaler weißer  Kragen, weiße Beine und eine weiße Rutenspitze.

Der weiße Collie hat den typisch gezeichneten Colliekopf mit rotem, schwarzem, blue-merle oder     sable-merle Kopf und wird erst hinter der typischen Halskrause überwiegend weiß. Flecken sind dabei durchaus möglich.

Der blue-merle ist ein graumelierter Collie. Er ist ein Tricolor-Collie mit einer Aufhellung, die durch das Merle-Gen bewirkt wird. Das merle-Gen darf nur von einem Elterntier vererbt werden, da es sonst zu sogenannten "Weißtigern" kommt, die überwiegend weiß sind, ohne farbigen Kopf und keinesfalls mit dem Colour-Head-White (CHW) Collie zu verwechseln sind. Bei dieser Verpaarung können schwerste Schädigungen an Augen und im Innenohr auftreten (Taubheit und Blindheit). Da das merle-Gen in zobelfarbenen Collies im erwachsenen Zustand häufig nicht mehr erkennbar ist, besteht bei "sable-merle" -Collies immer die Gefahr, dass versehentlich zwei Elterntiere mit merle-Gen verpaart werden, was wiederum zu Weißtigern führt. Deshalb ist die "sable-merle"-Farbe im Club für Britische Hütehunde und dem Deutschen-Collie-Club, beide dem VDH angeschlossen, verboten. Bei ehrlicher Angabe dieser Farbe in den Papieren besteht dieses Problem natürlich nicht. Natürlich ist da die Sachkenntnis der Züchter gefragt.

 

Wir lehnen jedoch eine sable-merle-Verpaarung aus gesundheitlichen Gründen ab. Das Risiko kranker Welpen ist sehr hoch und jeder verantwortungsbewusste Züchter lehnt es ab wissentlich blinde oder taube Welpen auf die Welt zu bringen.